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Schon seit ewigen Zeiten erfreut sich die Menschheit an wohlklingenden Melodien. Vermutlich wurden bereits in der Steinzeit die ersten Musikinstrumente (Trommeln und Hörner) gebaut. Im Lauf der Zeit wurden die Instrumente immer komplizierter und die erzeugbaren Töne wurden vielfältiger. Allerdings wurde es auch immer schwieriger, den Instrumenten auch Wohlklänge zu entlocken. Man mußte also das Spielen erlernen, was je nach Talent und Fleiß oft Jahre dauern kann. Es ist daher nicht verwunderlich, daß  schon sehr bald der Wunsch entstand, Musikinstrumente zu bauen, die automatisch wohlklingende Melodien erzeugen können.

Es gibt einen Bericht aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, Darin wird die Konstruktion einer Wasserogel durch einen gewissen Ctebios aus Alexandria beschrieben. Ob die Orgel wirklich gebaut wurde, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich fehlten damals die technischen Möglichkeiten. Die Menschheit mußte noch zwei Jahrtausende warten, bis automatische Musikinstrumente gebaut werden konnten. 

Eines der ersten derartigen Geräte baute der schweizer Uhrmacher Antoine Favre im Jahr 1796. Es war eine Spieluhr mit einer durch Federkraft angetrieben Stachelwalze, die verschieden lange Metallzungen in Schwingungen versetzte. Das ganze Werk war in eine kleine Box eingebaut und wurde daher Musikbox genannt. Diese kleinen Musikboxen wurden auf Grund der großen Nachfrage bald in großer Zahl gebaut, denn man konnte damit schöne Melodien erklingen lassen, ohne mühsam ein Instrument erlernen zu müssen. Ein Nachteil war, daß jede Musikbox nur eine einzige Melodie spielen konnte. Um 1850 wurde die auswechselbare Stachelwalze erfunden. Man konnte dadurch auswählen, welche Melodie man spielen wollte. Die Stachelwalzen waren allerdings unhandlich und sehr teuer, weil sie von Hand gebohrt und mit Stiften bestückt werden mußten.

Eine wesentliche Verbesserung kam um 1890 durch Paul Lochmann und Ellis Parr aus Leipzig. Sie verwendeten an Stelle der Stachelwalze eine flache Metallplatte mit Erhebungen und Vertiefungen. Diese Platten waren erheblich billiger als die Walzen und sie waren für eine Massenproduktion geeignet.

Bald darauf wurden nicht mehr nur Metallzungen in Schwingungen versetzt, sondern herkömmliche Musikinstrumente betätigt. Die bekanntesten derartigen Geräte waren das “Violano” von Herbert Mills (ab 1896), das “Tonophone” von Rudolph Wurlitzer (um 1900), das “Nickelodeon” von AMI (ab 1909) und das “Orchestrion” von Seeburg (ab 1910). Zur Tonerzeugung wurden die unterschiedlichsten Instrumente verwendet, z. B. Piano, Violine, Mandoline, Flöte und diverse Schlaginstrumente. Manche konnten sogar ein ganzes Orchester ersetzen. Bei späteren Geräten wurde anstatt der Metallplatte ein Papierstreifen verwendet, sodaß die Länge des Musikstücks nicht mehr auf eine Umdrehung der Platte beschränkt war. Es gab diese Geräte sowohl als Heimausführung als auch zur kommerziellen Nutzung mit Münzeinwurf und mit Wechselmechanismus für die Platten oder Rollen. Es gab auch Pianos, die sowohl normal bespielt werden konten, als auch automatisch spielen konnten, einige Modelle sogar mit Fernwähler zur Auswahl des Musikstücks.

Die Geräte waren sehr efolgreich, hatten aber zwei Nachteile. Sie hatten eine vorgegebene Instrumentierung und sie konnten keine Gesangsstimme erzeugen. In der Zwischenzeit waren die ersten Musikautomaten für Schallplatten auf den Markt gekommen, die diese Nachteile nicht hatten. Aus diesem Grund wurde in den 30er Jahren die Produktion nach und nach eingestellt. Am längsten, nämlich bis 1938, wurde das Orchestrion von Seeburg gebaut.

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