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Auch die Geschichte des Münzeinwurfs begann schon in der Antike. Offensichtlich versuchte man immer schon, Geld für irgendwelche Leistungen zu kassieren, ohne für die Inkassotätigkeit Personal beschäftigen zu müssen. Bekannt ist die Maschine des Mathematikers Heron von Alexandria, die gegen Einwurf einer Münze eine bestimmte Menge von Weihwasser abgab. Es gab auch Tempeltüren, die sich nach dem Einwurf einer Münze öffneten und ähnliches.

In vornehmen englischen Clubs gab es die Honour Box, aus der man nach Einwurf einer Münze Tabak entnehmen konnte. Wie der Name vermuten läßt, war es eine Frage der Ehre, nur so viel Tabak zu entnehmen, wie es der eingeworfenen Münze entsprach. Vermutlich waren die edlen Herren nicht immer ganz ehrlich, denn später wurden Ausführungen gebaut, die die entnehmbare Menge begrenzte.

Um 1820 bauter der Buchhändler Richard Carlisle einen Verkaufsautomaten, der eigentlich gar kein echter Automat war. Man wählte aus einer Liste von zum Teil verbotenen oder verpönten Büchern das gewünschte aus und Steckte den Kaufpreis in den Einwurfschlitz. Ein Angestellter des Buchhändlers nahm - unsichtbar für den Käufer - das Geld entgegen und steckte das gewünschte Buch in das Ausgabefach. Auf diese Weise war es möglich, ohne persönlichen Kontakt Bücher zu verkaufen, die in einer Buchhandlung zu verlangen dem Käufer peinlich gewesen wäre.

Der erste Verkaufsautomaten wurde von Simeon Denham aus Wakefield (Yorkshire) im Jahr 1857 zum Patent angemeldet. Es war “a self-acting machine for the delivery of postage and receipt stamps”, kurz gesagt, ein Verkaufsautomat für Briefmarken. Es folgten viele weitere Geräte mit Münzeinwurf: Billard- und Fußballspiele, Personenwaagen, Geschicklichkeitsspiele, Elektrisierapparate, Guckkästen mit (für die damalige Moralvorstellung) pornografischen Bildern und Filmen, Horoskop- und Wahrsageautomaten, Kraftmesser und nicht zuletzt Verkaufsautomaten für Süssigkeiten, Kosmetikartikel, Kondome, Postkarten und später auch Getränke.

Natürlich wurden auch Musikautomaten mit einem Münzeinwurf ausgerüstet. Einer der ersten war im Jahr 1889 der Edison - Phonograph, Auch das Nickelodeon, das Orchestrion, das Violano und ähnliche Geräte gab es mit Münzeinwurf. Es gab auch Grammophone, deren Federwerk sich nur nach dem Einwurf einer Münze aufziehen ließen und Radioapparate, die nach dem Einwurf einer Münze für eine bestimmte Zeit eingeschaltet wurden.

Ein Gerät aus dieser Zeit ist erwähnenswert. Der in Österreich geborenen John Gabel baute bereits 1906 (zwei Jahre nach Erfindung der Schellackplatte) den “Automatic Entertainer”, einen Automaten zum Abspielen dieser Platten. Dieser hatte einen Münzeinwurf, eine Wahlvorrichtung und einen Wechsler - Mechanismus für 24 Schellack - Platten. Die ganze Mechanik wurde mit Federkraft rein mechanisch betrieben. Es gab sogar eine Vorrichtung, die nach jeder Platte die Abtastnadel wechselte. Verstärker und elektrische Tonabnehmer gab es noch nicht, daher wurde die Musik rein mechanisch wiedergegeben. Die ersten Geräte hatten dazu einen Schalltrichter mit mehr als einem Meter Durchmesser auf dem Gehäuse montiert. Bei späteren Ausführungen war der Schalltrichter in das Gehäuse integriert. Es gab auch Ausführungen mit Elektroantrieb. Der “Automatic Entertainer” soll übrigens eine ausgezeichnete Klangqualität gehabt haben und sogar mehrmals ausgezeichnet worden sein. Es ist nicht nachvollziehbar, warum John Gabel diesen Entwicklungsvorsprung nicht auswerten konnte und von den neuen Erzeugern, die ab 1927 Musikboxen mit Verstärker zu bauen begannen, sehr rasch überholt wurde. Von 1906 bis 1933 wurden etwa 7000 Stück davon gebaut, erst ab 1934 gab es ein neues Modell mit Verstärker. John Gabel war offensichtlich ein ausgezeichneter Techniker, aber ein miserabler Marketingmanager. 

 

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