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Eigentlich begann alles mit einem Zufall. Der berühmte amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison versuchte, ein Gerät zu entwickeln, das Telegraphensignale auf einen mit Zinnfolie beschichteten Zylinder aufzeichnen konnte. Dabei entdeckte er zufällig, daß es möglich ist, auch Töne und letztlich die menschliche Stimme aufzuzeichnen. Edison erkannte die Tragweite der Entdeckung und begann sofort mit der Entwicklung eines Tonaufzeichnungsgerätes In erster Linie dachte er an eine Verwendung als Diktiergerät für Büros. Der erste “Phonograph”, wie er das Gerät nannte, wurde 1877 nach seinen Plänen von seinem Mechaniker John Kruesi gebaut. Die erste Aufnahme war angeblich das Kinderlied “Mary had a little lamb”, gesungen von Thomas Alva Edison.

In den späten 80er Jahren erreichte der Phonograph Serienreife und wurde auch in großen Stückzahlen produziert. Es gab sowohl Geräte zur Wiedergabe von vorgefertigten Zylindern mit Musik, als auch Diktiergeräte, mit denen man auch aufnehmen konnte. 1889 stellte Luis Glass, ein Ingenieur von Edison Phonographs, im Palais Royal Saloon in San Francisco den ersten Edison Phonograph mit Münzeinwurf vor. Er war mit zwei Hörrohren ausgestattet und man mußte pro Hörrohr 20 Cent einwerfen, um ein Musikstück zu hören. Das war nicht gerade billig, wenn man bedenkt, daß die Herstellungskosten für das Gerät bei etwa 100 $ lagen.

Möglicherweise war das aber nicht der erste derartige Automat. Ein Jahr zuvor hatte der Engländer Charles Adams Randall sein “Automatic Parlophone” zum Patent angemeldet. Es ist allerdings nicht bekannt, ob es wirklich gebaut und eingesetzt wurde.

1885 bekam der Phonograph eine ernstzunehmende Konkurenz, die Schallplatte und das Grammophon von Emil Berliner. 1888 wurde das Grammophon durch den charakteristischen Schalltrichter ergänzt. Damit war es erstmals möglich, daß mehrere Personen, wenn auch mit relativ geringer Lautstärke, zuhören konnten. Es entstand ein jahrelanger Wettstreit zwischen den beiden Systemen. Auf Grund der Vorteile der Schallplatte (handlicher und leichter reproduzierbar) konnte diese schließlich als Sieger hervorgehen. 1903, unmittelbar vor Einführung der Schellackplatte, hatte Edison noch die Nase vorn, es wurden noch doppelt so viele Zylinder verkauft wie Schallplatten. Edison - Zylinder wurden noch bis 1929 produziert. Diktiergeräte waren bis in die 50er - Jahre im Einsatz.

Die ersten Schallplatten bestanden aus einer Zinkscheibe, die mit Wachs oder Hartgummi beschichtet war. Es ist klar, daß die Haltbarkeit dieser Platten nicht sehr groß war. Bereits nach 50 maligem Abspielen wurde die Platte unbrauchbar. Eine Verbesserung gab es um 1900 durch die Verwendung von Zelluloid als Beschichtung (Thomas Lambert). Dieses Verfahren verwendete Edison ab 1912 für die “Blue Amberol Cylinder”. Die entscheidende Verbesserung gelang der französischen Firma Pathé mit der Erfindung der Schellack - Platte im Jahr 1904. Schellack - Platten können sehr leicht industriell erzeugt werden und sie können mehrere hundert mal abgespielt werden. Wie schnell sich diese Technik verbreitete, sieht man daran, daß es bereits 1907 die erste “goldene Schallplatte” für eine Million verkaufte Exemplare gab. Es war der Titel “on with motley from i paggliacci”, gesungen von Enrico Caruso.

Schellack - Platten waren jahrzehntelang die wichtigsten Tonträger und trugen zur weltweiten Verbreitung aller möglichen Musikrichtungen bei, Es war damit möglich, Künstler aus fernen Ländern zu hören, wann immer man wollte. Es wurde auch die Qualität der Wiedergabe immer weiter verbessert. Schellackplatten haben aber auch Nachteile: Sie sind leicht zerbrechlich und empfindlich auf Feuchtigkeit. Auf Grund der relativ groben Struktur des Naturharzes Schellack war eine Qualitätssteigerung bald nicht mehr möglich und man suchte nach besseren Materialien  

Das gelang dem gebürtigen Ungarn Peter Goldmark. Er verwendete erstmals Polyvinylchlorid (PVC) mit einer Beimengung von Ruß (um die Reibung der Nadel zu verringern). PVC ist billig, hat eine sehr feine Struktur und ist praktisch unzerbrechlich. Es waren damit wesentlich feinere Rillen und auch eine kleinere Abspielgeschwindigkeit möglich. Columbia erzeugte damit 1948 die ersten Langspielplatten mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute. Die bekannte Single mit 45 Umdrehungen pro Minute wurde 1949 von RCA eingeführt. Einige Plattenproduzenten wehrten sich anfangs gegen eine Umstellung auf die neuen Singles, aber die Vorteile der neuen Technik waren so groß, daß der Widerstand nicht lange dauerte. Es wurden zwar noch einige Zeit Schellackplatten für die alten Abspielgeräte erzeugt, aber 1961 wurde die Produktion endgültig eingestellt.

Wiedergabeverfahren:

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Abbild der Schallwellen auf einem Tonträger (Walze oder Platte) aufzuzeichnen. Bei den ersten Versuchen (Edison - Phonograph, ab 1877) wurde die Vertikalschrift verwendet. Dabei wird der Schneidstichel bei der Aufnahme vertikal bewegt. Das hat den Nachteil, daß die Rillen sehr tief sein müssen. Trotzdem wird die Abtastnadel bei lauten Passagen sehr leicht aus der Rille geworfen.

Wesentlich besser funktioniert die Schallaufzeichng mit der Horizontalschrift, die Emil Berliner für die Schallplatte (1885 - anfangs Metall mit Wachsbeschichtung) und das Grammophon mit Schalltrichter (1888) einführte. Die Rille hat eine konstante Tiefe und die Nadel wird nicht so leicht aus der Rille geworfen.

Aus physikalischen Gründen ist es notwendig, bei der Aufnahme tiefe Frequenzen abzusenken (Präemphasis - Vorverzerrung). Bei der Wiedergabe muß das wieder rückgängig gemacht werden (Deemphasis - Entzerrung). In der Anfangszeit hatte jeder Plattenerzeuger andere Filter für die Vorverzerrung. Es gab daher, besonders für Tonstudios, Verstärker mit umschaltbaren Filtern, um jede Platte richtig wiedergeben zu können. Erst 1955 wurde von der RIAA (Radio Industry Association of America) eine verbindliche Norm eingeführt, an die sich alle Produzenten halten müssen. Entzerrer sind nur beim Abspielen mit Magnet - Tonabnehmern nötig. Kristall- und Keramiktonabnehmer haben einen nichtlinearen Frequenzgang, der die Vorverzerrung witgehend ausgleicht.

Bereits 1929 wurden in den Bell Labs erste Versuche mit Stereoaufnahmen durchgeführt. Dabei wurde ein Kanal in Horizontalschrift und ein Kanal in Vertikalschrift aufgezeichnet. Herkömmliche Mono - Tonabnehmergaben konnten natürlich nur den Kanal wiedergeben, der in Horizontalschrift aufgenommen war, das System war also nicht kompatibel. Alan Blumlein löste 1931 dieses Problem, indem er das ganze System um 45° drehte. Es wird also der linke Kanal auf der inneren Rillenflanke aufgezeichnet, der rechte Kanal auf der äußeren. Nachdem die Rillenflanken im rechten Winkel zueinander stehen, beeinflussen sie sich gegenseitig nicht. Beim Abspielen mit einem Mono - Tonabnehmer wird die Nadel von beiden Rillenflanken ausgelenkt und es wird ein Gemisch der beiden Kanäle wiedergegeben. Mit einem Stereo - Tonabnehmer können auch Mono - Schallplatten gespielt werden. Bei Mono - Schallplatten sind die beiden Rillenflanken spiegelbildlich gleich und daher ist auch das Ausgangssignal für beide Kanäle gleich.

Das Stereoverfahren nach Blumlein funktionierte und war auch kompatibel, es konnte aber erst viele Jahre später eingeführt werden, weil die Qualität der Schellackplatten nicht ausreichte und das Verfahren für die damaligen technischen Möglichkeiten viel zu kompliziert war. Das gleiche passierte übrigens mit Stereo - Rundfunk, für den bereits 1930 - ebenfalls in den Bell Labs - erfolgreich erste Versuche unternommen wurden. 1957 wurde das Aufzeichnungsverfahren von der RIAA zur Norm erklärt. Danach wurden Stereo - Tonabnehmer und Stereo - Schallplatten industriell erzeugt.

MONO (gr.: allein, ein): In der Anfangszeit wurde der Schall mechanisch auf den Schneidstichel übertragen. Das Aufnahmegerät mußte daher in unmittelbarer Nähe der Schallquelle aufgestellt sein. Nach der Erfindung des magnetischen Aufnahmeverfahrens (1926 durch Western Electric) und der erforderlichen Verstärker wurde über ein Mikrofon aufgenommen, das Aufnahmegerät konnte in einen anderen Raum stehen. Später wurden mehrere Mikrofone verwendet und zusammengemischt.

STEREO (gr.: hart, fest, körperlich): Bei der Aufnahme werden zwei Mikrofone verwendet und es wird auf zwei getrennten Kanälen aufgezeichnet und später auch wiedergegeben. Beim Zuhören entsteht ein räumlicher Effekt, man kann hören, welche Position die einzelnen Instrumente bei der Aufnahme eingenommen haben. Später wurden einzelne Instrumente und Gesangsstimmen getrennt aufgenommen und erst vor der Produktion der Platte gemischt und sozusagen elektronisch positioniert. Für den optimalen Stereoeffekt ist es nötig, daß der Zuhörer den gleichen Abstand zu den Lautsprechern hat, wie die beiden Lautsprecher zueinander.

Musikboxen sind auf Grund der Gehäuseabmessungen nur bedingt für einen optimalen Stereoeffekt geeignet. Dieser ist nur mit Zusatzlautsprechern erreichbar. Eine relativ gute Lösung des Problems gelang AMI mit dem “Stereo Round” - System. Die Mittel- und Hochton - Lautsprecher sind nicht an der Vorderfront montiert sondern seitlich. Dadurch entsteht der Eindruck, als ob die Lautsprtecher wesentlich weiter voneinander entfernt wären. Nur der Basslautsprecher, der von beiden Verstärkerkanälen betrieben wird, ist an der Vorderfront montiert  Das ist aber kein Nachteil, weil man die Quelle tiefer Frequenzen aus physikalischen Gründen nicht orten kann. Seeburg versuchte etwas ähnliches beim Modell DS mit den aufgebauten Zusatzlautsprechern (Ohren).

Ab 1959 (manche Modelle schon etwas früher) konnten die Geräte als Stereoversion gekauft oder auch nachgerüstet werden. Ab 1962 gab es serienmäßig praktisch nur mehr Stereogeräte. Viele dieser frühen Stereogeräte haben zwar schon einen Stereoverstärker, aber nur Monolautsprecher eingebaut. Für optimale Stereowiedergabe sind bei diesen Geräten externe Zusatzlautsprecher notwendig.

QUADROFONIE (lat.: quadrantum = gleichseitiges Viereck): Wie der Name schon vermuten läßt, handelt es sich um ein Vierkanalsystem. Es wurde in den frühen 70er Jahren eingeführt. Zusätzlich zu den beiden Stereokanälen werden dabei zwei weiter Kanäle übertragen, die den reflektierten Schall aus dem Raum hinter dem Zuhörer wiedergeben sollen. Echte Quadrofonie ist technisch sehr aufwendig. Es sind besondere Aufnahme- und Wiedergabegeräte, Spezial - Tonabnehmer mit erweitertem Frequenzgang (40 kHz), speziell geschliffene Abtastnadeln (“Shibata”), vierkanalige Verstärker und ein zusätzlicher Decoder erforderlich. Es gab auch verschiedene Verfahren (SQ, QS und andere), wobei es für jedes System eigene Decoder gab. Es war auch nicht kompatibel zu Stereoplatten. Auf Grund des hohen Aufwandes war die Quadrofonie bald wieder verschwunden.

Daneben gibt es noch die Pseudo - Quadrofonie. Dabei wird aus herkömmlichen Stereoaufnahmen durch Summen und Differenzbildung ein Signal für die hinteren Lautsprecher gewonnen. Es wird natürlich nicht der tatsächliche Raumklang wie im Aufnahmeraum erzeugt, bringt aber eine hörbare Bereicherung des Klangbildes. Mitte der 70er Jahre gab es einige Musikboxen (Seeburg und RoweAMI), die mit einem passiven Netzwerk für die hinteren Zusatzlautsprecher ausgestattet waren oder nachgerüstet werden konnten. In den letzten Jahren wurde die Idee wieder aufgegriffen und weiterentwickelt zu den modernen Surround - Systemen.

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